WM ohni Scheiss – Tag 9

tägliche Randbemerkungen von Herrn Kikos zum Männergekicke um den Weltpokal der Nationen 2026

Juni 19, 2026

KANADA – KATAR 6 – 0

Kann ein Spiel mit sechs Toren, zwei roten Karten, einem Schwerverletzten und Fastklopperei nach Abpfiff, spannungsfrei sein? Oh ja. Katar hat offenbar sein Pulver mit dem Punktgewinn gegen die Schweiz schon komplett verschossen, spielt und verteidigt konfus und ist in Hälfte zwei nur noch zu neunt auf dem Platz. Kanada reicht die Leistung eines seriösen Zweitligisten, um den Arabern ein halbes Dutzend einzuschenken.

Aufwühlendste Szene: Nach der völlig lächerlichen ersten roten Karte gegen Homam Achmed (Kontaktschwalbe Kanada), gibt es erneut Rot. Diesmal gegen Assim Adibo. Dessen handelsüblicher Tritt, bar jeder brutalen Absicht gegen Kanadas Koné, führt bei letzterem schrecklicherweise zum Beinbruch. Adibo selbst ist sichtlich darüber entsetzt, muss aber vom Platz. Genesungswünsche an Koné.

MEXICO – SÜDKOREA 1 – 0

Eine zähe Angelegenheit. Die Aussicht, bei Gewinn der Partie, den Gruppensieg zu sichern, scheint keines der beiden Teams sonderlich zu beflügeln. Viel Ballgeschiebe. Die wenigen Grosschancen bleiben auf beiden Seiten ungenutzt und so entscheidet ein Torwartfehler das Spiel.

Lieblingsszene: Das einzige Tor. Der koreanische Torhüter Seung-Gyu Kim rennt aus seinem Kasten um einen Ball auf Höhe des Elfmeterpunkts abzufangen, springt, bekommt ihn, landet auf einem Mitspieler….und lässt ihn dabei wieder aus den Fingern flutschen. Romo staubt ab. México Gruppensieger.

USA – AUSTRALIEN 2 – 0

Der Masterplan Australiens orientiert sich am Sieg gegen die Türkei: hinten dicht, wenig Ballbesitz, aber vorne Tore machen. Tatschlich glückt ihnen nach 50 Sekunden ein Abschluss. Der landet beim Goalie. Danach funktioniert der Plan nur suboptimal. Kaum Ballbesitz klappt vorzüglich, das mit dem Tor auch. Leider ins eigene. Einsnull USA. Der Rest der Halbzeit gehört den US-Boys, die kurz vor Pausenpfiff auf zweinull stellen. Halbzeit zwei ist zwar umkämpft, aber fussballerisch recht dröge. Gegen Ende geben die Australier noch alles was sie können, allerdings ist das nicht viel.

Lieblingsszene: Der deutsche Schiedsrichter Felix Zwayer setzt sich gegen Ende von Hälfte zwei auf den Rasen und wird von australischen Spielern entkrampft. Süss. Obwohl er zuvor den zweifelhaften Eindruck eines Heimschiedsrichters hinterlassen hat und im Zweifelsfalle eher US-lastig pfiff und den Australiern sowohl einen Hand- wie auch einen Foulelfmeter verweigert.