tägliche Randbemerkungen von Herrn Kikos zum Männergekicke um den Weltpokal der Nationen 2026

Juni 17, 2026
IRAK – NORWEGEN 1 – 4
Die meisten Norweger spielen in Top-Ligen und viele davon für Spitzenteams, die Iraker entweder im arabischen Raum oder für europäische Kleinclubs. Trotzdem sind letztere in der Lage, sich öfter, geschickter und ansehnlicher nach vorne zu kombinieren als die favorisierten Nordeuropäer und treffen dabei auch einmal. Norwegen hat allerdings Doppelpacker Haaland und Kopfballmonster Östigaard. Mit dem Abpfiff trifft dann der irakische Scorer Hussein nochmal das Tor. Leider das eigene.
Lieblingsszene: Schiri Pierre Atcho aus Gabun hilft Ayman Hussein wieder auf die Beine. Überhaupt war es eine sehr gute Schiedsrichterleistung. Er hat viele, auch harte Zweikämpfe durchgehen lassen, nur das wirklich nötige gepfiffen und kam mit einer gelben Karte aus. Chapeau.
ARGENTINIEN – ALGERIEN 3 – 0
Flotter Beginn: Minute 5: Argentinien. Messi. Schönes Tor. Nee. Abseits. Minute 8: Algerien. Chaibis. Schönes Tor. Nee. Abseits. Danach gültige Tore. Drei. Alle Messi. Algerien hielt prima mit, hatte gute Chancen, bekam aber nach dem dreinull etwas den Stecker gezogen und konnte zum Ende hin, der Messi-Gala bei dessen 200tem Länderspiel nicht mehr viel entgegensetzen.
Lieblingsszene: Vladimir Petkovic, mittlerweile für Algerien tätig, am Spielfeldrand. Schön, den besten Nationaltrainer, den die Schweiz je hatte, mal wieder bei einer WM zu sehen.
ÖSTERREICH – JORDANIEN 3 – 1
Beide Teams auf Augenhöhe. Die ersten Grosschancen gehören Jordanien. Dann macht Romano Schmidt aus 20 m ein Traumtor. Einsnull. Die nächsten Abschlüsse gehören wieder Jordanien, inclusive Lattenkopfball. Pause. Dann wieder Jordanien und endlich ist er drin. Erstes WM-Tor ever. Einseins. Noch eine Jordanienchance. Danach Arnautovic. Der österreichische Unsympath, kurz zuvor eingewechselt, haut Goalie Abulaila die Hand an die Gurgel. Schiri entgeht’s. Kein Gelb. Kurz darauf. Arnautovic trifft. VAR. Handspiel zuvor. Kein Tor. Kurz darauf. Arnautovic trifft. Tor zählt. Zeitlupe beweist aber Eigentor. Zweieins. Jordanien gelingt nicht mehr so viel nach vorn. Letzte Sekunde, Handspiel. Penalty für Österreich. Aus elf Metern und ohne Gegenspieler trifft Arnautovic endlich und Austria siegt glücklich und in der Höhe völlig unverdient.
Lieblingsszene: Das WM-Premierentor von Jordanien.
POTUGAL – DR KONGO 1 – 1
Die Moderation des ZDF erwähnt gefühlte 30mal Ronaldo obwohl dessen Anteil am Spiel gegen Null tendiert. Entweder steht er bestenfalls sinnlos vorne herum oder schlimmstenfalls im Weg. Arbeit nach hinten: Fehlanzeige und seine grosse Chance in Hälfte zwei legt er kläglich neben das Tor und vermasselt dabei noch dem hinter ihm einschussbereiten Bruno Fernandes die Möglichkeit. Aber natürlich traut sich kein Trainer der Welt, den mittlerweile alten und überforderten Mann draussen zu lassen und durch einen der vielen supertalentierten Mitspieler zu ersetzen. Und das, obwohl auf Seiten Portugals halb PSG auf dem Platz steht, und der Rest bei ManCity, ManU oder Chelsea spielt. Trotz Ronaldo beginnt Portugal jedoch ansehnlich und führt auch schon nach 6 Minuten. Nach der ersten Trinkpause kommen die Kongolesen auf die gute Idee mitzuspielen, kombinieren sich immer wieder hübsch nach vorne und mit dem Pausenpfiff machen sie tatsächlich das einseins. Hälfte zwei muntere Augenhöhe. Kongo nochmal Pfostenschuss. Tore fallen aber keine mehr.
Lieblingsszene: Portugals Tomas Araujo hat Glück, für seinen Gurgelgriff bei einem gegnerischen Angriff kurz vor Schluss, nur gelb statt rot zu sehen.
ENGLAND – KROATIEN 4 – 2
Kroatien beginnt dynamisch nach vorne aber ausgerechnet der grosse alte Mann des kroatischen Fussballs, Luka Modrić, verursacht beim Abwehrversuch im Strafraum gleich zu Beginn einen berechtigen Elfmeter. Kane tritt an. Livaković pariert. Regelgerecht aber kleinlich und ärgerlich stellt der VAR fest, dass der Keeper bei Schussabgabe um einige Millimeter die Line, auf der er mit mindestens einem Fuss stehen sollte, verfehlt hat. Idiotische Auslegung. Wiederholung. Kane trifft. Einsnull. Kroatien spielt weiter nach vorn und nach wunderbarem Schuss von Baturina: einseins. Auch England kann Angriff. Kopfball Kane. Zwoeins. Kurz vor der Pause kroatische Kombination vom Allerfeinsten. Pašalić chipt aus 30 Metern butterweich in den Laufweg von Perišić, der auf Höhe vom Penaltypunkt clever auf Musa zurückkopft. Musa volley. Zweizwei. Halbzeit zwei beginnt mit einem Kracher. Bellingham durchrennt die gesamte kroatische Hälfte und haut aus spitzen Winkel den Ball ins Tor. Nun hat England Oberwasser, die Kroaten nicht mehr ganz so stark wie zu Beginn und schliesslich macht Rushford das sehenswerte vierzwei.
Lieblingsszene: Die englischen Altstars Shearer und Rooney sind offenbar auf der Tribüne. Leicht Übergewichtig fiebern sie mit.