WM ohni Scheiss – Tag 6

tägliche Randbemerkungen von Herrn Kikos zum Männergekicke um den Weltpokal der Nationen 2026

Juni 16, 2026


SAUDI-ARABIEN – URUGUAY 1 – 1

Das schnarchige Geplänkel von Hälfte eins ermöglicht den Saudis nicht nur, die favorisierten Uruguayer ohne grosse Mühe von einem Treffer abzuhalten, sondern die überraschende Führung nach einer Ecke. Nach der Pause drehen die Uruguayer komplett auf, Chancen im Minutentakt. Das saudische Team wird eingeschnürt und betritt in der gesamten Halbzeit nur dreimal des Gegners Hälfte. Das Chancenfestival der Südamerikaner führt nur zum Ausgleichstor. Die Araber werfen sich tolldreist in jeden Abschlussversuch. Den Rest klärt der saudische Keeper Mohammed Al-Owais, der hält, was zu halten ist.
Lieblingsszene: Mann mit Baby beim Torjubel der Uruguayer.

IRAN – NEUSEELAND 2 – 2

Der delirierende und aktuell recht faschistoide Weltgeist beweist bösartigen Humor und der düstere Schatten des Weltgeschehens verhindert einen politfreien Blick auf das Spiel. Krass, komplex und total Gaga. Das Team des Iran „zu Gast“ bei den Weltspielen der USA – samt Ein- und Ausreiseschikanen. Rechtzeitig vor Anpfiff wird medial ein angebliches Abkommen der Kriegsparteien verkündet, aus dem das klerikale Schlächterregime als Sieger hervorzugehen scheint. Gegen die Freigabe der Strasse von Hormus und dem Lippenbekenntnis des Atomwaffenverzichts, bekommt es eingefrorene Gelder zurück, die Möglichkeit zu Öldeals, weiterhin das eigene Volk in Geiselhaft zu halten und die Region zu terrorisieren. Kein Wort zu Demokratisierung, Hamas, Hisbollah oder Raketenabrüstung. Wozu hat Politdarsteller Donald eigentlich Krieg geführt? Das korrupte und mafiöse Regime des Weltrottels Trump, beweist zum x-ten Mal seine beispiellose Inkompetenz und Gefährlichkeit.

Was mag in einem iranischen Fussballprofi beim Absingen der Nationalhymne vorherrschen? Furcht? Verstellung? Trotz? Zynismus? Überzeugung? Patriotismus? Fatalismus? Und wen oder was repräsentiert er? Die Menschen der Heimat? Die Mullaahs? Sich selbst? Den Zaster?

Frei von solchen Belastungen, hält das neuseeländische Team nicht nur gut gegen den iranischen Favoriten mit, sondern geht in einem munteren Spiel zwei mal in Führung, muss aber stets danach den Ausgleich hinnehmen.

Lieblingsszene – nicht aus dem Stadion sondern vom G7-Treffen: Der Welttrottel prahlt in Évian mit dem Abkommen und da er am Sonntag 80 wurde, erhält von Eurotrottel März ein Trikot des deutschen Nationalteams mit seinem Namen drauf.

FRANKREICH – SENEGAL 3 – 1

Auf dem Papier: vielversprechend. Die Franzosen gewannen die WM 2018 und waren 2022 immerhin im Finale, der Senegal ist vielleicht amtierender Afrikameister (siehe WM ohni Scheiss – Tag 4 BRASILIEN – MAROKKO) . Papier ist geduldig. Ich auch. Hälfte eins macht Frankreich das, was es macht, wenn es (noch) nicht muss, spielt fahrig und unkonzentriert, so dass Senegal Oberwasser hat und einmal wuchtig den Pfosten trifft. Hälfte zwei löst das Papier-Versprechen ein und Frankreich macht das, was es macht, wenn es muss, spielt mehrmals genial in die Spitze und stellt auf zwonull. Kurz vor Schluss macht Senegal den Anschluss, doch die Spannung währt nur kurz. Mbappé zieht aus 26 Metern ab. Giebel. Dreieins.

Lieblingsszene: Mané grätscht im eigenen Strafraum gegen den anstürmenden Mbappé. Der sehr gute iranische Schiri Alireza Faghani, in Australien lebend, gibt auch nach Monitorcheck völlig zu Recht keinen Penalty. Kontaktschwalbe. Im Schweizer TV-Studio kochen die Gemüter über, da man sich sofort auf Elfmeter festgelegt hatte. Der Moderator: „Ok, der verteidigende Mann trifft da vielleicht nicht Mbappé, aber er bringt ihn doch ins straucheln…..“. Und ein als Experte hinzugezogener helvetischer Referee tritt noch mit dem Hinweis nach, Faghani hätte schon bei der Katar-WM Mist gepfiffen.