WM ohni Scheiss – Tag 26 / Achtelfinale

tägliche Randbemerkungen von Herrn Kikos zum Männergekicke um den Weltpokal der Nationen 2026

Juli 6, 2026

MEXICO – ENGLAND 2 – 3
 
Umtrunksphilosoph und Schnulzenexperte Rex Gildo, Gott hab ihn selig, sang schon 1972 prophetisch eine „Fiesta Mexicana“ voraus. 54 Jahre später treffen sich die Teams von Mexico und England im sagenumwobenen Aztekenstadion zu einer solchen. Für die Engländer begann die Party schon in der Nacht zuvor, hatten ihnen doch wohlwollende Gastgeber eine Mariachi-Band samt Auftrag zu Dezibelrekorden vor die Hoteltür gestellt. Knallfrohes Feuerwerk gab es gratis dazu. Ob das nun lustig, originell oder eher arschlochhaft ist, mag, je nach Humor, Charakter oder Lieblingsfarbe, jeder Mensch selbst beurteilen. Genauso wie das türkeihafte Dauergepfeiffe des mexikanischen Publikums bei gegnerischem Ballbesitz. Bis es zu Letzterem kommt, muss aber zuvor eine Stunde lang dem Gott des Gewitters und der Werbepausen gehuldigt werden.
 
Dann ist Anpfiff. Und sofort wird klar, Gefangene werden keine gemacht. In der erstem Minute sieht Engländer Rice gelb. Nach einer Viertelstunde erste mexikanische Möglichkeit. Pickford klärt. Nach einer halben Stunde übernimmt Mexico die Spielkontrolle, das Tor macht aber Bellingham, nach Konter und Flanke, um gleich zwei Minuten später den Spass zu wiederholen. Nullzwo. Mexico hat wenig Bock auf Heimblamage, drückt extrem und macht noch vor der Pause das einszwei.
 
O’Reillys Pfostenkracher wird der Auftakt zur hochdramatischen zweiten Hälfte. Fünf Minuten später fliegt sein Teamkollege Quansah mit rot vom Platz. Nur noch zehn Engländer. Nochmal fünf später, Foulelfmeter für England. Kane. Einsdrei. Zehn später, Foulelfmeter für Mexico. Jimenez. Zweidrei. Nun beginnt mexikanischer Dauerdruck gegen dezimierte Engländer. Angriffswelle um Angriffswelle. Was aufs Tor kommt, hält Pickford. Und dann ist auch die zwölfminütige Nachspielzeit vorbei. Schluss mit Fiesta für Mexico. England mit imposanter Abwehrschlacht weiter.
 
Lieblingsspieler: Mal wieder ein Goalie. Schon am Vorabend war ich Zeuge eines Gesprächs, bei dem der manchmal linkisch wirkende Pickford, als der schlechteste englische Torwart ever bezeichnet wurde. Da konnte ich schon nicht zustimmen. Und nach diesem Spiel, kann sich sein Team bei ihm für ein paar grandiose Paraden bedanken.
 
….und wer die Fiesta noch nachfeiern möchte, hier der passende link: https://www.youtube.com/watch?v=S9gCEDBM11o
 
PORTUGAL – SPANIEN 0 – 1
 
Das iberische Nachbarschaftsduell ist in Hälfte eins noch recht munter. Die Spanier haben einigte gute Möglichkeiten, dafür hauen die Portugiesen den Ball einmal an die Latte. Hälfte zwei ist dann weit von einem berauschenden Kick entfernt. Bei 36 Grad Celsius (im Schatten) erlischt sowohl die Lust auf Sex wie auch auf Gerenne zwischen zwei Toren. Spanien hat zwar wie gewohnt mehr Ballbesitz, kann damit aber ungewohnt wenig anfangen. Alles wirkt behäbig und unpräzise. Noch weniger Chancen spielen sich allerdings die Portugiesen heraus, die brauchbar mithalten aber ebenso erfolglos agieren. Erst als in der Nachspielzeit, die Aussicht auf Verlängerung leichte Verzweiflung aufkommen lässt, erbarmt sich Mikel Merino und ballert den Ball nach einem geilen Zuspiel von Ferran Torres, ins linke untere Ecke des portugiesischen Tores. Nulleins.
 
Dank an: Merino. Für die Erlösung