tägliche Randbemerkungen von Herrn Kikos zum Männergekicke um den Weltpokal der Nationen 2026

Juli 3, 2026
PORTUGAL – KROATIEN 2 – 1
In Halbzeit eins scheint der Rückstand bräsiger Kroaten gegen agile und zielstrebige Portugiesen nur eine Frage der Zeit. Da kein Treffer gelingt, gibts nullnull zum Pausentee. Der hat die Kroaten offenbar stimuliert, denn plötzlich sind sie offensiv und eine dramatische zweite Hälfte nimmt ihren Lauf. 180 Sekunden nach Wiederanpfiff erste kroatische Grosschance. Fussabwehr Torwart. Aussennetz. Nach der Ecke, Schuss. Knapp daneben. Vier Minuten später Perisic. Nulleins. Vier Minuten später Matanovic nullzwo? No. Zuvor Abseits. Eine Minute später, Gegenzug Portugal. Lattenkracher. Eine Minute später. Konter Kroatien. Goalie klärt. Zwei Minuten später. Ronaldo wird geschickt, Ball im Netz, aber Abseits. Damit aber Ronaldo endlich sein Tor bekommt, gibts fünf Minuten später Penalty. Aus elf Metern kriegt er das noch hin. Eineins. Nun übernehmen die Kroaten das Ruder und da bei den Portugiesen das gesamte Mittelfeld ausgewechselt wurde, geraten diese zunehmend ins Schwimmen. 75ste kroatischer Angriff. Pfostenkracher. Nachschuss. Faustabwehr Torwart Diogo Costa. Eine Minute später: Matanovic scheitert erneut am Goalie. Kroatischer Dauerdruck. 80ste endlich das Tor. Aber Nö. Zuvor Abseits. Ronaldo wird endlich ausgewechselt, ist darob sichtlich angefressen, das Spiel seiner Mannschaft wird danach aber etwas stabiler und es geht hin und her. Verlängerung naht. Doch 94te Traumflanke Leao, Kopfball Ramos. Zweieins. Letzte Sekunden: Kroatien schafft nach verzweifelten Versuchen den Ausgleich. Aber nix da. Zuvor Abseits. Kroatien draussen und mit ihm der grosse Modric.
Abschiedsgruss: Ciao Luka. Vermutlich sein letzter Einsatz im Nationaldress.
SCHWEIZ – ALGERIEN 2- 0
Eine solide und abgeklärte Leistung reicht der Schweiz. Die Algerier übernehmen die Spielkontrolle. Die Schweizer defensiv gefordert aber aufmerksam, schauen sich das 10 Minuten lang an, erster Konter, Manzambi, Embolo, einsnull. Augenhöhe im Anschluss. Die Nordafrikaner mit der feineren Ballführung, das helvetische Team aber eingespielt, defensiv abgeklärt und per Konter mit mehr Gefahr nach vorne. Erst kurz vor Pause wird Algerien richtig gefährlich. Dann ist Pause. Dann rasant. Mit Anpfiff stürmt die Schweiz nach vorn, Zakaria auf Ndoy, der schiesst. Zweinull. Algerien muss und macht, die Schweiz kontorolliert hinten und mit Vorstössen näher am dreinull als die Afrikaner am Anschluss. Algerien raus. Ciao Petkovic.
Schreckmoment: Zakaria bleibt verletzt sitzen und muss ausgewechselt werden. Hoffentlich nix Schlimmes.
AUSTRALIEN – ÄGYPEN 2 – 4 (nach Elfmetern)
Das Spiel liegt quasi noch in den Windeln, da knallt der Australier Volpato den Ball dermassen an die Latte, dass Hoffnung auf ein Spektakel aufkommt. Die Hoffnung wird noch befeuert, als Ägyptens Ashour 10 Min. später sehenswert zum nulleins köpft. Danach holt sich Hoffnung eine Schramme. Zu Australiens Stärken gehören Kampf und Einsatzbereitschaft aber weniger Spielkontrolle, Präzision und Timing. Da die Nordafrikaner aber nicht mehr zwingend müssen und die Australier zur Spielgestaltung gezwungen sind, herrscht bis zur 55ten überwiegend Gekicke. Dann segelt eine Freistossflanke in den ägyptischen Strafraum und Mohamed Hany, der kurz davor wegen einer Kopfverletzung behandelt wurde, köpft den Ball unhaltbar ins eigene Tor. Nun stirbt die Hoffnung vollends und Australien kann sich inklusive Nachspielzeit ohne eigenen Treffer ins Penaltyschiessen retten. Dort haben die Ägypter die besseren Schützen samt Nerven und ziehen eine Runde weiter. Australien draussen.
Lieblingsszene: Jackson Irvine triff seinen Elfer für Down Under. Etwas, was ihm in der abgelaufenen Saison für den FC St. Pauli nicht gelungen ist.