tägliche Randbemerkungen von Herrn Kikos zum Männergekicke um den Weltpokal der Nationen 2026

Juni 30, 2026
NIEDERLANDE – MAROKKO 3 – 4 (nach Elfmetern)
Nächste grosse Überraschung? Eigentlich nicht. Auch wenn das Prognosemodell des Wirtschaftswissenschaftlers Joachim Klement, welches bei den letzten drei WMs bei der Vorhersage des Meisterteams richtig la, diesmal die Niederlande errechnet hatte. Auch wenn Oranje in der Gruppenphase immer wieder Genialität in den Vorstössen aufblitzen liess. Marokko hatte ebenfalls eine sackstarke Vorrunde hingelegt und so war das Augenhöheduell kaum überraschend. Wobei Marokko die besseren Angriffe lanciert aber an Gebälk und dem famos aufgelegten Keeper Verbruggen scheitert. So erzielen dann doch die Europäer in Minute 72 den Führungstreffer durch Gakpo. Diesem gönnt offenbar Freund und Gegner das Tor, war doch zuvor die traurige Nachricht, dass seine Frau eine Fehlgeburt hatte, öffentlich geworden. Die Pietät der Nordafrikaner hält genau 90 Minuten, um dann in den ersten Sekunden der Nachspielzeit das einseins zu machen. Verlängerung: Torlos. Penaltyschiessen: Kurios.
- KOOPMEINERS: hart, platziert, Tor.
- EL AYNAOUI: hart, weniger platziert, Latte.
- KLUIVERT: dito, Pfosten.
- RAHIMI: weder hart, noch platziert, Geschenk für den Goalie. Dem rutscht der Ball aber unten durch, liegt hinter ihm und er macht ihn selbst mit der Hacke rein. Tor.
- WEGHORST: eiskalt, präzise, Tor.
- TALBI: eiskalt, präzise, Tor.
- TIMBER: verlädt den Goalie, schiesst aber am Tor vorbei.
- HAKIMI: hart, unpräzise, Pfosten.
- SUMMERVILLE: Visiert links oben an, da ist aber der Keeper schon hingetänzelt und kann mit einer Hand wegfausten. Gehalten.
- SAIBARI: verlädt den Torhüter. Tor.
Oranje raus.
Lieblingsszene: Das spektakuläre Keeper-Hacken-Eigentor beim Penalty.
ELFENBEINKÜSTE – NORWEGEN 1 – 2
Die vielzitierte Augenhöhe ist in Hälfte eins nicht gegeben. Das Team aus Afrika steht hinten gut, spielt sich pass- und selbstsicher nach vorne wirkt physisch robuster, technisch überlegen und am Strafraum gefährlich. Eins gelingt ihm aber nicht: ein Tor. Die Norweger wirken trotz mehr Ballbesitz im Aufbau unbedarfter und haben nur drei gefährliche Minuten kurz vor der Pause. Eins gelingt ihnen dabei aber: ein Tor. Hälfte zwei ähnlich. Das bessere Team bleibt das der Ivorer. Drei gute Chancen landen aber beim Keeper. Eine Viertelstunde vor Schluss macht der eingewechselte Amad endlich den Ausgleich. Norwegen erinnert an Rehhagel, der sagte, besser ist, wer gewinnt, macht endlich mal hübsch nach vorn. Flanke. Haaland staubt ab. Einszwei. Der Hammerfreistoss von Amad beim Schlusspfiff findet seinen Meister in Keeper Nyland. Elfenbeinküste ciao. Norge glücklich weitergerudert.
Lieblingsszene: Das schönste Tor des Spiels des Ivoreres Amad.
FRANKREICH – SCHWEDEN 3 – 0
Auch im rein europäischen 16tel-Finale ist ein Land aus Skandinavien vertreten. Auch hier sind die Nordeuropäer das in Punkto Technik, Passspiel und Dribbling beschränktere Team. Auch sie haben zunächst Dusel, dass der zauberhafte Angriffsfussball der Franzosen zunächst ertragslos bleibt. Das Bollwerk der beiden Viererketten kann gallischer Spielfreude nicht immer stand halten, doch Durchtanken, geile Seitfallzieher und krachende Direktschüsse, landen zunächst knapp im Aus, am Gebälk oder beim schwedischen Torwart. Dann ist aber Schluss mit Dusel. Mbappe dribbelt im Strafraum. Einsnull. Nach der Pause weiterhin Zauberzeugs der Blauen. Olise steckt durch. Barcola zieht ab. Zweinull. Olise steckt durch. Mbappe zieht ab. Dreinull. Auch danach französisches Feuerwerk, allerdings auf Sparflamme. Schweden draussen.
Lieblingsszene: Der Kunstschuss Olises, der am Pfosten landet.