tägliche Randbemerkungen von Herrn Kikos zum Männergekicke um den Weltpokal der Nationen 2026

Juni 20, 2026
SCHOTTLAND – MAROKKO 0 – 1
Schönes Zuspiel nach vorne, Hammerschuss aus spitzem Winkel, Marokko macht nach 70 Sekunden das schnellste Tor der WM und ist auch im Anschluss das einzige Team mit Vorstössen. Erst gegen Ende der ersten Halbzeit kommen die Schotten zwar harmlos aber immerhin vors generische Tor. In Hälfte zwei zeigen die Briten grossen Willen aber auch beschränktes Torschussvermögen. Die gelegentlichen Abschlüsse der Marokkaner wirken wesentlich gefährlicher, bleiben aber genauso ertragslos.
Lieblingsszene: Schottische Fans
BRASILIEN – HAITI 3 – 0
Brasilien ohne grossen Glanz aber mit einer Reihe sehenswerter Angriffe und schöner Abschlüsse. Eigentlich hält Haiti diesbezüglich ganz gut mit, bekommt trotzdem drei Dinger eingeschenkt und macht selber keine. Tja. Schade. Damit ausgeschieden, denn selbst wenn im letzten Gruppenspiel gegen Marokko gewonnen werden sollte, hätten diese einen Punkt mehr und falls auch Schottland bei drei Punkten verbleibt, so spricht für letztere der direkte Vergleich, der neuerdings als Entscheidungskriterium eingeführt wurde.
Schreckmoment: Der bis dahin beste Brasilianer Raphinha, setzt sich kurz vor der Pause ohne gegnerische Einwirkung verletzt auf den Rasen und muss ausgewechselt werden. Hoffentlich nix Schlimmes.
TÜRKEI – PARAGUAY 0 – 1
Der Kampf um das schnellste Tor des Turniers, von Marokko eröffnet, wird von Paraguay angenommen und nach 64 Sekunden stehts nulleins. Danach Gebolze, Grätschen, Fights. Den Türken droht das aus, Paraguay will die Null halten. Ab der 30sten dann wieder konstruktivere Angriffe. Flanke Türkei. Ball springt auf türkischem Kopf, auf paraguaynischen Kopf, an die Latte, an den Pfosten und zurück aufs Feld. Gegenseite. Ein strammer Schuss direkt auf den Torwart. Kurz vor der Pause, Rudelbildung und rot für die Nummer 10 Paraguays. Almeron hatte mit Hand vorm Mund einen Türken belabert. Das ist seit diesem Turnier untersagt um unerkannte rassistische oder sonstige Pöbeleien zu unterbinden. Hälfte zwei durchgehend wütendes Anrennen der Türken, Abwehrschlacht der zehn Südamerikaner. Die Türken scheitern am Bollwerk, am Torwart und am eigenen Unvermögen und sind raus und damit auch die nervtötenden türkischen Anhänger mit ihrer permanenten und grundlosen Gegnerbepöbelung.
Lieblingsszene: Billardspiel am Gehäuse.
NIEDERLANDE – SCHWEDEN 5 -1
Im Kampf ums schnellste Tor, geraten die Niederlande ins Hintertreffen. 315 Sekunden brauchen sie fürs erste. Dafür machen sie ca. 12 Minuten später gleich noch eins. Bis dahin sah sich Schweden von Oranje überfahren, beginnt sich aber zunehmend gegen die drohende Niederlage zu wehren, bekommt Abschlüsse und trifft sogar. Allerdings Abseits. Nach der Pause hat insbesondere Gakpo etwas gegen die aufkommende Spannung und macht innerhalb von 8 Minuten zwei Kisten. Das Aufbäumen der Schweden beginnt erst eine halbe Stunde vor Schluss mit dem kurz zuvor eingewechselten Elanga. Der läuft allen davon und stellt auf viereins. Das Bemühen bleibt weiterhin sichtbar, auch weil die Niederländer einen Gang zurückgeschaltet haben, Zwingendes will aber nicht mehr gelingen. Statt dessen wird der in der Pause gekommene Summerville vom ebenfalls eingewechselten Depay geschickt, zieht ab. Fünfeins.
Lieblingstor: Keins. Alle sechs Tore der Partie sind wunderhübsch anzusehen.
DEUTSCHLAND – ELFENBEINKÜSTE 2 – 1
Die Deutschen bewerben sich ebenfalls um das schnellste Tor, Havertz kann den Volleyschuss nach 17 Sekunden aber nicht richtig kontrollieren und der geht weit drüber. Die unterschiedlichen Taktiken der beiden Teams werden in der Folge offensichtlich. Deutschland versucht sich über Ballbesitz zügig nach vorne zu arbeiten, die Ivorer halten physisch kraftvoll und strukturiert dagegen und setzten bei Ballgewinn vornehmlich und geschwind auf ihre sackschnellen Aussen. Beide wissen mit ihrem jeweiligen Plan ordentlich umzugehen und so entsteht ein munteres Spielchen inclusive Chancen. Dann trifft Deutschland, allerdings hatte Pavlovic im Fünfmeterraum den Keeper angesprungen. Kein Tor. 8 Minuten später Gegenseite. Fetziger Querpass in die Mitte, Schuss wird geblockt, den Abpraller verwertet Kessié problemlos. Danach weiter intensiv aber etwas fahriger, vor allem weil Deutschland eine ganze Weile braucht, um wieder die Qualität der Ballkontrolle wie zu Beginn zu erreichen. Nach der Pause erkennt man das deutsche Spiel kaum wieder, fahrig, fehlerhaft. Ganz anders die Elfenbeinküste. Bollwerk hinten, dribbelstark, passgenau und temporeich nach vorne. Gnädiger Weise treffen sie nicht. Etwas konzentrierter sind die Deutschen wieder ab 30 Minuten vor Schluss und Undav, kurz zuvor eingewechselt, macht den Ausgleich. Ausgeglichener ist danach auch das Spiel. Alle werden langsam müder, konsequente Aktionen seltener. Ab der 80sten schaltet die Elfenbeinküste auf Schlussoffensive und spielt nochmal Dribbelkunst und Tempo aus, lässt eine 100%ige liegen. Im Gegenzug Deutschland auch. Die 6minütige Nachspielzeit gehört dann wieder den Europäern und tatsächlich macht Undav noch das zweieins.
Schreckmoment: Der ivorische Aussenverteidiger Singo absolviert ein Riesenspiel. In der 80sten läuft er mit einigen Metern Abstand in einem Riesensprint dem stürmenden Havertz hinterher, holt ihn ein und kämpft ihm den Ball ab. Wahnsinn. Und dann greift er sich an den Oberschenkel und spielt den Ball ins Aus. Zerrung? Riss? Hoffentlich nix Schlimmes. Beste Genesungswünsche.